Raum wirkt. Immer!

Raum wirkt. Immer! 

Genauso wenig wie wir uns der Existenz von Raum entziehen können, können wir uns seiner Wirkung entziehen. Die Umwelt, die uns umgibt, wirkt ständig auf uns und wir wiederum nehmen Einfluss auf diese Umwelt. Egal, ob es eine künstlich erschaffene Umgebung ist oder ein wilder Ort in der Natur, wir erleben diesen Raum mit allen Sinne, ziehen daraus bewußte und vor allem unbewußte Schlussfolgerungen und Bewertungen, die Einfluß auf unser Raumempfinden nehmen. Bei genauer Betrachtung klingt das irgendwie logisch, oder?! Aber hast du tatsächlich mal darüber nachgedacht?

Im Laufe unseres Lebens sammeln wir unendlich viele Erfahrungen und Eindrücke und speichern diese ab. Einige kramen wir gern hervor, ander scheinen zu versinken in den tiefen Weiten unseres Hirns. Und doch werden sie immer wieder hervorgeholt und mit neuen (räumlichen) Situationen abgeglichen, bewusst oder auch unbewusst. Eine karge, emotionslose Umgebung und Gerüche, die uns an unangenehme Situationen erinnern und beim Betreten eines neuen Raumes Unbehagen hervorrufen. Eine Wandfarbe, die unser Herz zum Rasen bringt. Eine Hotellobby, in der wir versinken möchten, weil weicher Samt in unseren Lieblingstönen die Polstermöbel ziert. Raum wirkt auf uns emotional, bewußt/unbewußt aber auch hormonell. Farben, Materialien, Klänge können Einfluss auf unserer Körperfunktionen und den Hormonhaushalt nehmen. Entspannende Blautöne, die für Ruhe sorgen oder starke, vielleicht schon aggressive Rottöne, die aufwühlen und das Herz in Wallung bringen. Auch unsere eigene Stimmung und Tagesform hat stark Einfluss darauf, wie wir Räumlichkeiten und Orte bewerten und wie sie auf uns wirken. Es ist eine fortwährende Wechselwirkung. 

Raum ist nicht gleich Raum

Wenn wir uns Zuhause oder am Arbeitsplatz stets unwohl fühlen, sollten wir auch unsere Umgebung noch einmal genauer unter die Lupe nehmen. Fühle ich mich denn hier überhaupt wohl? Klar, es ist nicht tagtäglich Friede, Freude, Eierkuchen, aber eine Umgebung, die mich beruhigt, verwöhnt, aufbaut und neue Energie schenkt, hilft ungemein, den Hürden des Alltags stärker zu begegnen. Umgekehrt kann eine negative Umgebung wirklich auch krank machen, auslaugen, die letzten Reserven kosten. Das fatale ist, dass wir uns der Wirkung von Raum oft nicht bewusst sind und daher nicht erkennen, wie positiv sich eine neue Raumgestaltung auf unser Leben auswirken könnte. Aber es macht einen Unterschied, ob ich in der Business-Lounge auf den Flieger warte oder in einer nackten Wartehalle oder ob ich in einer intimen, schönen Arztpraxis meiner Untersuchung entgegen sehe oder im nüchternen Wartebereich eines Krankenhauses. Und auch auf die Nachricht eines Kunden „Schaffen Sie das schon bis morgen abend?“ lässt sich entspannt im Lieblingssessel cooler reagieren als in der überfüllten U-Bahn. 

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