Gutes Design ist gutes Geschäft – Warum Gestaltung für Unternehmen wichtig ist

Eine gute, überzeugende Gestaltung der Geschäftsräume wird leider oft unterschätzt, ist aber wichtig für Unternehmen, Gründer und Kunden. Denn sie hat die Kraft Diskrepanzen zwischen Kunde und Unternehmer abzubauen, Werte nach außen zu tragen und ein Business erfolgreicher zu machen.

Nur Qualität steht für Qualität

Letztens fand ich ein Zitat von Thomas Watson jr., Gründer von IBM: „Gutes Design ist gutes Geschäft!“. Und diese fünf Worte sprachen mich erstens sehr an und zweitens mir sehr aus der Seele. Denn sie bringen es auf den Punkt. Die Crux dabei ist nur, gutes Design ist nicht einfach nur hübsche Gestaltung, sondern wesentlich komplexer.

Die Gestaltung unserer direkten Umgebung hat einen enormen Einfluß auf unser Verhalten, unsere Arbeit, sogar unser Selbstbewusstsein. Störfaktoren werden zwar oft nur unbewusst wahrgenommen, können aber mit großen negativen Einbußen in Bezug auf Arbeitseinstellung, Produktivität, Kundengewinnung und nicht zuletzt guter Laune zu Buche schlagen. Blöd nur: oft kann die Ursache dieser Missstimmung gar nicht herausgefiltert werden, denn der Einfluss der Qualität unserer Umgebung wird meist unterschätzt und nicht für voll genommen. Viele haben dieses Thema schlichtweg nicht auf dem Schirm. 

Sichtbarkeit, Authentizität, Selbstbewusstsein und Achtsamkeit gewinnen bei Unternehmern immer stärker an Bedeutung. Zum Glück und zu Recht, denn diese Punkte sind wichtige Stellschrauben, wenn es um die persönliche Zufriedenheit geht, egal ob privat oder im Job – im Idealfall in beiden Bereichen. Die bewusste Auseinandersetzung mit uns selbst, unserer Arbeitsauffassung und unserer Umwelt führt uns und unsere Arbeit auf eine neue Ebene, schafft Arbeit von höherer Qualität.

Gestaltung transportiert Werte und schafft Identifikation

Doch wenn es um die physische Gestaltung unseres Arbeitsumfeldes geht, wird das Thema der Optimierung allzu oft ignoriert, obwohl gerade hier eine Menge Potential verborgen ist. Man kennt das Szenario: Das Büro ist mehr ein schwach belichtetes Hinterzimmer, Drehstuhl und Schreibtisch wurden noch vom Vormieter übernommen, der in den 90igern mal etwas mehr in die Ausstattung investiert hatte, in der abgelebten Teeküche stapeln sich Kaffeetassen und auf dem alten Sideboard die unsortierte Ablage. Schon beim reinen Anblick der Büroräume kommt Frust auf und die Motivation sinkt um einige Prozentpunkte in den Keller. Souveränes Headquater, energiespendende Homebase, inspirierender Think Tank? Absolute Fehlanzeige!

Gute Innenarchitektur am Arbeitsplatz hilft entscheidend stärker sichtbar zu werden, seinen point of view nach Außen zu transportieren  und selbstbewußt das eigene Unternehmen nach vorne zu bringen! Die Gestaltung der Unternehmensräume ist ebenso Aushängeschild und Repräsentationsfläche der Firma wie es Website und Visitenkarte sind. Sie sagt viel über die Beziehung von Founder, Unternehmen und Kunden aus. Welche Werte möchte man nach Außen tragen, wofür steht ein Unternehmen? Welche Zielgruppe soll durch das Auftreten und das der Arbeitsumgebung angesprochen werden? Finden sie sich in der Darstellung des Unternehmens überhaupt wieder, können sie sich mit diesem identifizieren und ist es ihnen möglich darüber langfristig eine treue Kundenbeziehung zu entwickeln?

Sympathie und Nähe zum Kunden schaffen

Als Kunde möchte ich wertgeschätzt werden und das Gefühl haben, dass mein Gegenüber mich versteht und in der Lage ist, meine Wünsche zu bedienen und meine Probleme zu lösen. Ich brauche ein Gefühl der Nähe. Fühle ich mich angesprochen vom räumlichen Umfeld der Firma, erhöht es auch meine Sympathie dem Unternehmen gegenüber. Wobei es hierbei nicht allein um schönes Design geht, sondern um gute Gestaltung, die authentisch daher kommt und sinnvoll eingesetzt wird. Nur so kann Kundennähe aufgebaut werden. Und da spielt es im Grundsatz keine Rolle, ob es sich um ein Ladengeschäft, ein Café oder ein Büro handelt. Ich möchte mich wiedererkennen im Gegenüber, das Unternehmen muss zu mir passen.

Emotionen spielen ohnehin eine entscheidende Rolle. Auch wenn wir uns als abgeklärte, rational tickende Konsumenten sehen möchten, werden wir in erster Linie auf der emotionalen Ebene angesprochen, sie bestimmt unser Handeln maßgeblich. Unser Vertrauen schenken wir daher weniger dem Unternehmer mit den besten Referenzen, als vielmehr jenem, der unsere  Sympathie und unser Vertrauen gewinnen kann. Und dieser Gewinn setzt Ehrlichkeit und Authentizität voraus! Buntes Event und schrille Aufmachung sind zwar spannend und unterhaltsam, erzeugen damit Aufmerksamkeit, sind aber nicht automatisch Garant für Kundenbindung. Im Gegenteil, denn die falsche Dosierung kann auch schnell umgekehrten Effekt haben, als anbiedernd und aggressiv empfunden werden.

Kommunikation auf Augenhöhe

Es ist von großer Wichtigkeit, die Bedürfnisse der Zielgruppe zu erspüren, sie zu respektieren und ernst zu nehmen, sie sogar lieben zu lernen und zum eignen obersten Anliegen zu machen. Auch in der Innenarchitektur und Präsentation des Unternehmens müssen Kunden sich erkannt, respektiert, berührt und aufgefangen fühlen. Hierbei ist es entscheidend Qualitäten, Formsprache und Materialität zu wählen, die der Zielgruppe nahe sind. Liegt die Gestaltung meiner Unternehmensräume in Qualität und Ambiente unterhalb der Erwartungen meiner Kunden, werden diese mich nicht wahrnehmen und wertschätzen. Die Räumlichkeiten wird immer auch als Spiegel des Leistungsangebots empfunden. Doch auch hochwertiges, edles Ambiente ist hierbei nicht automatisch der Schlüssel zum Erfolg oder, im ersten Schritt, zum Herzen des Kunden. Denn eine für die Zielgruppe unpassende und „zu schicke“ Unternehmenspräsentation wird schnell als kühl und unnahbar verstanden, kann den Kunden schlichtweg nicht berühren. Es entsteht ein sehr unangenehmes Gefühl, von oben herab begrüßt zu werden, was zu einer Distanz und letztlich einer Hemmschwelle führt, das Unternehmen überhaupt anzunehmen.

Kunden möchte immer auf Augenhöhe betrachtet und erst recht behandelt werden. Und eigentlich sollte dies auch im Interesse des Unternehmens sein. Für alle ist von vorn herein klar, dass es sich um ein Geschäft handelt, dass nicht (allein) zum Spaße über die Bühne geht, sondern der einen Partei einen Nutzen und der anderen einen angemessenen Verdienst erbringen soll. Fühlt sich eine der beiden Parteien unwohl, ist eine für alle erfreuliche Zusammenarbeit nur schwer möglich. Selbst wenn es zu einer Geschäftsbeziehung kommen mag, bleibt stets ein schaler Beigeschmack. Ein befreites, kreatives und für alle erfolgreiches und gutes Geschäft ist nur auf Augenhöhe möglich. Das ist schließlich in den meisten Beziehungen unseres Lebens so, auch in der Beziehung Auftragnehmer – Auftraggeber.

Aufgrund des Expertenstatus‘ des Unternehmers entsteht gegenüber dem Kunden meist im Vorfeld ein Ungleichgewicht, das der Kunde nicht als unangenehmen Nachteil spüren sollte. Diese Diskrepanz ist natürlich und kann durch eine angemessen Raumwirkung und Gestaltung abgebaut und reduziert werden. Ein angenehmes Ambiente schafft einen Raum, um sich wohlzufühlen, dies wiederum ist die Basis für eine gute Zusammenarbeit.

Mit Strategie und Können zur überzeugenden Innenarchitektur

Es liegt also im Interesse eines jeden Unternehmers eine überzeugende, unterstützende Raumqualität zu entwickeln, die ein angenehmes Umfeld schafft, Kunden direkt anspricht und die eigne Qualität und Werte des Unternehmens herausarbeitet. Nun lassen sich gutes Design, Wohlfühlfaktor und Authentizität meist nicht allein mit Hilfe von Pinterestboards und Interiorblogs in den Laden oder ins Büro zaubern. Vielmehr ist es eine sensible Kreation, die für Außenstehende oberflächlich eher wie eine beruhigende und wohlige Selbstverständlichkeit erscheint, jedoch mit viel Beobachtung, Analyse, Kenntnis und Fingerspitzengefühl in einem sorgfältigen Prozess entwickelt wird. Eine Investition hierin zahlt sich für Unternehmer und Kunde schnell aus.